Informationen über: Untergewicht, erhebliches

Krankheitsbild

Man unterscheidet Untergewicht und Mangelernährung. Beim Untergewicht liegt zwar das Gewicht erheblich unter der Norm, doch der Körper erhält mit der Nahrung alles, was er benötigt. Eine Mangeernährung ist dagegen durch Untergewicht und zusätzlich durch eine unzureichende Ernährung gekennzeichnet.

 

Trotz unseres Überangebots an Lebensmitteln ist jeder 22ste untergewichtig und/oder mangelernährt. Das sind rund 3,7 Millionen Menschen in Deutschland. Betroffen sind insbesondere Senioren, Krebskranke, HIV-Infizierte, Patienten mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, Dialysepatienten und Magersüchtige.

Diagnose

So ist Untergewicht definiert

Von Untergewicht spricht man, wenn das Körpergewicht mindestens 15% unter dem Normalgewicht liegt. Das eigene Normalgewicht können Sie übrigens schnell und einfach nach der so genannten Broca-Formel selbst berechnen:

 

Stellen Sie Ihre Körpergröße in cm fest und ziehen Sie die Zahl 100 davon ab. Die Zahl, die Sie jetzt erhalten haben, gibt Ihnen Ihr Normalgewicht in kg an. Eine 175 cm große Person hat demnach ein Normalgewicht von 75 kg (175 minus 100 = 75). Wenn Sie von diesem Normalgewicht noch 15 Prozent abziehen, haben Sie die unterste Grenze des gesunden Körpergewichtes erreicht. Jedes Gramm darunter kann gesundheitsschädlich sein!

 

Noch genauer ermittelt der so genannte BMI-Index, ob Normalgewicht vorliegt oder nicht. Die Berechnung ist leider wesentlich komplizierter: Man teilt sein Gewicht (in kg) durch das Quadrat seiner Körpergröße (in m). Für einen 1,65 m großen Menschen mit einem Gewicht von 50 kg ergibt sich danach:

50 : (1,65 x 1,65) = 18

Wenn der errechnete Wert (im Beispiel 18) unter 18,5 liegt, ist - laut Definition der WHO - die betreffende Person untergewichtig.

 

Hinweise auf Mangelernährung gibt der Wadenumfang

Als guter Indikator für einen möglichen Muskelabbau gilt der Wadenumfang. An der stärksten Wadenstelle sollte ihr Umfang bei Frauen und Männern mehr als 31 cm betragen. Werte darunter geben Anlass, eine Mangelernährung zu vermuten. Wenn der Wadenumfang, beispielsweise aufgrund von Wassereinlagerungen, nicht aussagekräftig ist, kann stattdessen der Oberarmumfang gemessen werden. Er sollte bei Männern und Frauen über 21 cm liegen.

Ergänzend lässt sich durch Blutuntersuchungen und eine Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) - ein Verfahren, mit dem sich die Körperzusammensetzung abklären lässt - feststellen, ob eine Mangelversorgung vorliegt.

Ursachen

Manche Menschen sind von Natur aus schlank

Untergewicht kann viele verschiedene Ursachen haben. So gibt es beispielsweise Menschen, die aufgrund eines besonders starken Stoffwechsels einfach kein Fett ansetzen. Diese Menschen sind dann eigentlich gesund und brauchen auch nichts gegen ihr Untergewicht zu unternehmen.

 

Wer aktiv ist, verbraucht mehr Energie

Menschen, die sich im Beruf engagieren, nebenbei Familie und Garten versorgen und auch noch Sport treiben, haben einen höheren Energiebedarf. Zusätzlich kann der Energieverbrauch durch innere Unruhe und Spontanaktivitäten wie Herzumzappeln um bis zu 350 kcal pro Tag sein.  

 

Die Hauptursache für Untergewicht ist Unterernährung

Meistens liegt dem Untergewicht eine ernst zu nehmende Ursache zugrunde, die letztlich zur Unterernährung geführt hat. Dies kann eine seelische Störung sein, wie beispielsweise bei Magersucht oder Bulimie, oder eine Krankheit, bei der der Körper die Nahrung nicht voll ausnutzen kann, wie zum Beispiel Störungen der Schilddrüsenfunktion, Lebererkrankungen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Lebensmittelunverträglichkeiten (z.B. Zöliakie), Eiweißverlusten, Nierenerkrankungen, Alkoholmissbrauch. Oder es kann auf einer Krankheit beruhen, die dem Menschen das Essen erschwert. Auch Appetitlosigkeit, oftmals eine Folge von Stress, Medikamenten oder Rauchen, führt zu einer zu geringen Nahrungsaufnahme. Manchen Menschen ist das Essen dagegen einfach nicht wichtig. Sie vergessen ganze Mahlzeiten und nehmen dadurch weniger Energie zu sich.

 

Verlauf/Folgen

Unterernährung schadet der Gesundheit

Ernährung und Gesundheit sind eng miteinander verknüpft. Untergewicht ist ebenso bedenklich und ungesund wie Übergewicht. Wenn die Ernährung nicht ausreicht, gleich aus welchem Grund, werden wir krank. Viele Betroffene fühlen sich weniger leistungsfähig, klagen über Kreislaufbeschwerden, frieren leichter und sind anfälliger für Infektionen. Wenn eine Mangelernährung hinzu kommt, können Folgeerkrankungen auftreten, beispielsweise , Schwindelgefühle, Niedergeschlagenheit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Haarausfall, brüchige Nägel, Hungerschwellungen im Gesicht, an Händen und Beinen sowie am Bauch, vermindertes Sehvermögen, Nachtblindheit, Blutgerinnungsstörungen, schuppige Haut, Krämpfe, Konzentrationsstörungen, Osteoporose, Fruchtbarkeitsstörungen, Leber-, Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen oder Muskelschwund.

Wann zum Arzt

Langanhaltendes Untergewicht ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Nur Ihr Arzt kann feststellen, ob bei Ihnen gravierende Nährstoffmängel bestehen und wenn ja, welche. Suchen Sie daher einen Arzt auf und sprechen Sie ihn auf Ihr Untergewicht an.


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 21.02.2008

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